Das „Schani City“: Eine neues Hotel im Karmeliterviertel

Neben der orthodoxen Synagoge in der Großen Schiffgasse gibt es nun Zimmer für jüdische und nicht-jüdische Gäste. 

Hier sollen sich auch die Menschen aus der Nachbarschaft wohlfühlen: Benedikt und Juliette Komarek in ihrem neuen „Schani-Hotel“ im Karmeliterviertel.

Das neue Haus wolle sich „nicht aufdrängen“, sagt Benedikt Komarek, CEO der „Schani-Hotels“: Und es solle auch nicht nur für Gäste von Auswärts da sein, „sondern auch für Menschen aus der Nachbarschaft im Karmeliterviertel“.

Früher stand hier die „Schiffschul“

Vier Hotels führte die Familie Komarek bisher in Wien, alle unter dem Namen „Schani“. Nun kommt ein fünftes hinzu, das „Schani City" in der Großen Schiffgasse, zwischen Karmelitermarkt und Donaukanal. Der Baugrund gehört dem jüdisch-orthodoxen Verein „Adass Jisroel“. Auf dem Gelände stand früher eine „Schiffschul“ genannte Synagoge. Sie wurde in der Pogromnacht 1938 von Nazis und fanatisierten Bewohnern des Viertels völlig zerstört. 

Heute ist diese Synagoge im benachbarten Wohnhaus untergebracht. Ein Teil des Baugrunds verpachtete der jüdische Verein an die Schani-Gruppe, die darauf das Hotel errichtete (Zwischenbrücken berichtete). Freilich mit besonderer Berücksichtigung orthodoxer Gäste. Im Keller befindet sich eine Mikwe – ein Raum für das rituelle Bad. Und einige Hotelzimmer sind so eingerichtet, dass sie auch am Schabbat benutzbar sind. Zum Beispiel mit Zimmerschlüssel statt wie sonst in den Schani-Hotels mit dem Smartphone. 

„Die Leute sind nicht so unfreundlich wie in anderen Bezirken“: Fassade des Hotels in der Großen Schiffgasse.

Das Hotel wolle seinen Gästen gleich ein wenig von dem speziellen Wien-Gefühl vermitteln, sagt Geschäftsführer Markus Marth bei der Pressepräsentation des neuen Hauses. Speziell an der Leopoldstadt findet Marth, „dass die Leute nicht so unfreundlich sind wie in anderen Bezirken“. 

Gute Partnerschaft

Auch Marth wünscht sich, dass das Restaurant und die Bar nicht nur von Hotelgästen, sondern auch von den Bewohnern der Nachbarschaft entdeckt wird. Man könne in diesem „hidden room“ gut und günstig frühstücken und am Abend gibt es „Pinsa“, der Pizza ähnliches Fladenbrot, das „bei uns Weltklasse ist“.   

Im Innenhof sind die Bereiche des Hotels und der Synagoge zwar durch einen hohen Stahlzaun getrennt. Das sei eine Anforderung des Rabbinats gewesen, erklärt Geschäftsführer Marth. Die Partnerschaft mit dem orthodoxen Verein sei jedoch „super“. Und man denke daran, auch im Hotel die jüdische Vergangenheit des Ortes wieder aufleben zu lassen. Angedacht sind Konzerte mit Klezmer-Musik im Restaurant oder im lauschigen Innenhof.  

Mehr über den Neubau der „Schiffschul“ gibt es hier: https://redaktion-live.app.zwischenbruecken.at/report/kein-geld-fuer-neue-synagoge-in-der-leopoldstadt/

 https://www.schanihotels.com

Ein Artikel von Bernhard Odehnal
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